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Gartenjahr

Wintergewächshaus: So nutzen Sie das Gewächshaus im Winter richtig

Ein leeres Gewächshaus im Januar ist verschenkter Platz. Feldsalat, Spinat und Grünkohl wachsen unter Glas weiter, wenn Frost und Feuchtigkeit im Griff bleiben. Wer das Wintergewächshaus klug nutzt, erntet frische Blätter, während draußen der Boden steinhart ist.

Die erste Voraussetzung: Das Haus muss durchgehend frostfrei bleiben.

Alles Weitere richtet sich nach Ihrem Ziel. Soll nur robustes Wintergemüse wachsen, reicht oft schon ein frostfreies Haus. Sollen Kübelpflanzen überwintern, ist Frostfreiheit Pflicht. Wer mehr als ein Winterquartier will, braucht höhere Temperaturen, also zusätzliche Heizung.

Welche Pflanzen überleben im Wintergewächshaus?

Im unbeheizten Haus fühlen sich Feldsalat, Postelein, Winterspinat, Tatsoi, Grünkohl, Winterportulak und verschiedene Asiasalate wohl. Auch Mangold, Rote Bete, Chicorée und Wurzelpetersilie kommen für ein Kalthaus infrage. Der Gewinn ist kleiner, als viele denken: Ein unbeheiztes Gewächshaus ist im Winter nur 1 bis 3 °C wärmer als draußen. Doch das Glas hält Wind und Dauerfrost fern, und genau davon profitieren die Pflanzen.

Der Zeitpunkt entscheidet über die Ernte. Spinat und Feldsalat werden im September gesät, Jungpflanzen von Salat, Pak Choi und Endivien gesetzt. Im unbeheizten Haus gilt der Herbstanbau von September bis Anfang November.

Wer im Dezember sät, wartet vergeblich.

Kübelpflanzen folgen anderen Regeln. Die meisten brauchen eine kühle, aber frostfreie Umgebung. Ende September ziehen die ersten frostempfindlichen Töpfe ein, spätestens im November die letzten. Gegossen wird sehr sparsam und nur an frostfreien Tagen, damit die Wurzelballen nicht austrocknen.

Wie halte ich das Gewächshaus im Winter frostfrei?

Frostfrei heißt nicht warm. Ein sogenanntes kaltes Gewächshaus wird im Winter auf etwa 3 bis 10 °C temperiert. Für Feldsalat reicht das aus, wärmeliebende Kulturen verlangen dagegen beheizte Häuser, in denen 18 °C möglich sind.

Eine Heizung allein genügt nicht, denn Wärme wandert durch die Wände ab. Eine intakte Isolierung hält sie im Haus, Noppenfolie wird dafür an der Innenseite angebracht. Hohlkammerplatten dämmen von Haus aus besser als einfache Verglasung.

Ein unterschätzter Frostschutz ist Wasser. Im Herbst wird einmal gründlich gegossen, denn Pflanzen in trockenem Substrat erfrieren im Winter leichter. Danach gilt Zurückhaltung. Wer gar nicht heizt, kann mit einem Frostwächter arbeiten und im Haus sogar eine Erdmiete für Gemüse anlegen.

Vlies über jungen Pflanzen bringt ein paar Grad extra.

Wie lüfte ich im Wintergewächshaus ohne Wärmeverlust?

Lüften bei Minusgraden klingt absurd. Doch die Luftfeuchtigkeit ist im Gewächshaus im Winter höher als unter freiem Himmel, und Grauschimmel liebt genau das. Auch Tau auf den Blättern lädt Pilzkrankheiten ein.

Wie lüfte ich im Wintergewächshaus ohne Wärmeverlust?

Der Trick liegt im Zeitpunkt. An sonnigen, frostfreien Tagen, wenn draußen 5 bis 10 °C herrschen, wird auch im Winter gelüftet. Selbst kurze Zeit mit offenen Fenstern oder Türen hilft.

Am besten funktioniert das mittags, wenn die Sonne die Luft aufgeheizt hat und die feuchte Luft rasch entweicht. Das Haus kühlt dabei kaum aus, weil Boden und Pflanzen Wärme gespeichert haben. Bei Dauerfrost bleibt alles geschlossen. Gegossen wird nur, wenn der Boden trocken ist, am besten am Vormittag, damit die Oberfläche bis zum Abend abtrocknet.

Welche Technik hilft beim Überwintern im Gewächshaus?

Eine Gewächshausheizung lässt sich in Glashäusern wie in Kunststoffhäusern nutzen. Wichtig ist eine Leistung, die zum Raum passt, damit die Zieltemperatur verlässlich gehalten wird. Für den reinen Anbau von Feldsalat und Spinat ist gar keine Heizung nötig.

  • Frostwächter: springt erst an, wenn die Temperatur Richtung Gefrierpunkt sinkt
  • Min-Max-Thermometer: verrät, wie kalt die Nacht wirklich war
  • Noppenfolie an der Innenseite: bremst den Wärmeverlust
  • Zeitschaltuhr oder Thermostat: verhindert, dass die Heizung unnötig läuft

Licht ist im Dezember die knappste Währung. Gerade wenn die Tage kurz sind, ist maximale Lichtausbeute wichtig. Deshalb wird das Glas im Herbst außen gewaschen, und im Winter werden Schnee und Laub entfernt.

Schädlinge machen keine Winterpause. In warmen Häusern finden sie hervorragende Bedingungen, etwa Schildläuse oder Spinnmilben an überwinternden Kübelpflanzen. Ein wöchentlicher Blick unter die Blätter genügt meist. Wer früh eingreift, spart sich später den Aufwand.

Wie bereite ich das Gewächshaus auf den Winter vor?

Der Winter im Gewächshaus wird im Oktober entschieden. Dann wird das Glas gewaschen, das Haus ausgeräumt und der Zustand von Türen, Fenstern und Dichtungen geprüft. Welke Sommerkulturen, etwa Tomatenreste, wandern auf den Kompost, damit sich Pilzsporen nicht einnisten.

Danach folgt die Dämmung mit Noppenfolie und, wo nötig, der Frostwächter. Ein letztes gründliches Wässern rundet die Vorbereitung ab.

Der Kalender gibt den Takt vor. Ende September ziehen die ersten empfindlichen Töpfe ein, im Oktober und November folgen die übrigen. Gleichzeitig keimen Spinat und Feldsalat, die im Frühherbst gesät wurden, und bekommen ihre Chance auf eine Ernte im Winter. Wer Lagergemüse aus dem Freiland hat, findet im kalten Haus zusätzlichen Platz dafür.

Und im Februar? Wenn die Sonne wieder Kraft hat, wird das Haus zur Startrampe: Im unbeheizten Gewächshaus kann im Frühjahr ab Mitte März wieder gesät werden. Wie weit Ihre Vorkultur dann schon ist, hängt von den Entscheidungen ab, die Sie jetzt treffen.

Rund ums Hochbeet: bauen und befüllen, bepflanzen und Mischkultur, Pflege, Schädlinge und was wann angebaut wird.