Nach Zuckermais im Gemüsebeet empfiehlt sich eine dreijährige Anbaupause. Dazu gehört eine Vorfrucht, die dem Boden Stickstoff hinterlässt, und eine Nachfrucht mit geringerem Hunger. Das ist die Kurzfassung der Fruchtfolge bei Mais, und sie entscheidet darüber, ob Ihre Kolben im Sommer prall oder mickrig ausfallen.
Der Rest ist schnell erklärt.
Warum braucht Mais im Garten eine durchdachte Fruchtfolge?
Mais schießt in wenigen Sommermonaten mannshoch in die Höhe, und diesen Wuchs bezahlt der Boden. Er zählt zu den Starkzehrern und entzieht der Erde viele Nährstoffe.
Man kann sich die Pflanze wie einen Marathonläufer am Buffet vorstellen: Er lässt kaum etwas übrig. Botanisch gehört Mais zu den Süßgräsern, und das hat einen praktischen Nebeneffekt. Mit Kohl, Tomaten oder Möhren teilt er kaum Krankheiten, die Fruchtfolge dient hier also mehr der Nährstoffbuchhaltung als der Seuchenabwehr. Trotzdem lohnt die Pause, denn durch eine Anbaupause finden Schädlinge keine Nahrung mehr, und ihre Population bricht zusammen.
Starkzehrer gehören nie zweimal hintereinander ins selbe Beet.
Der Ackerbau liefert dafür ein Warnsignal. Dort gilt Mais in Dauerselbstfolge als ungünstig, unter anderem wegen des Maiswurzelbohrers. Im Hausgarten ist das selten ein Thema, doch der Gedanke dahinter bleibt gültig: Wer jedes Jahr dieselbe Kultur auf dieselbe Stelle setzt, zieht sich Probleme heran und laugt die Erde aus.
Welche Vorfrucht eignet sich am besten für Mais?
Hülsenfrüchte sind der Klassiker. Aus dem Ackerbau ist bekannt, dass Mais nur eine geringe Phosphor-Aneignungsfähigkeit hat, weil seine Wurzelleistung begrenzt ist. Vorfrüchte können Phosphorreserven erschließen und dem Mais zur Verfügung stellen, Leguminosen sind dabei besonders hilfreich.
Für Ihr Beet heißt das: Buschbohnen, Stangenbohnen oder Erbsen im Vorjahr. Sie gelten als Schwachzehrer und hinterlassen einen lockeren, gut versorgten Boden. Rechnen Sie allerdings mit langen Pausen, denn Hülsenfrüchte brauchen selbst fünf bis sechs Jahre Anbaupause.
Auch Starkzehrer als Vorgänger gehen.
Nach Tomaten bietet sich zum Beispiel Mais an, und nach Kürbisgewächsen wie Gurke, Zucchini und Kürbis gelten Mais und Rote Bete als geeignete Folgekulturen. Der Haken liegt im Nährstoffkonto. Wer Starkzehrer auf Starkzehrer folgen lässt, sollte im Frühjahr kräftig nachlegen, etwa mit reifem Kompost und Hornmehl, wie es für Mais als Starkzehrer empfohlen wird.
Eine dritte Möglichkeit ist die Gründüngung im Vorjahr. Phacelia, die im Spätsommer nach Frühkartoffeln gesät wird, deckt den Boden ab und erhält das Bodenleben. Eine gezielte Anbaupause mit Gründüngung füllt die Vorräte der Erde wieder auf und macht den Standort fit für den nächsten Zyklus. Wer das Beet im Herbst nicht kahl liegen lassen will, hat damit schon die halbe Vorarbeit für den Mais erledigt.
Was pflanzt man nach Mais im nächsten Jahr?
Die Antwort ist angenehm großzügig. Als Folgekulturen eignen sich alle Pflanzenfamilien, und auch nach Mais haben Sie in der Fruchtfolge eine große Auswahl. Nach dem Starkzehrer rücken üblicherweise Mittelzehrer nach, denn im Boden steckt noch genug für sie.

Dazu zählen Möhren, Salate, Zwiebeln, Knoblauch, Mangold, Spinat und Rote Bete.
Danach wird es ruhiger.
Im dritten Jahr zieht auf demselben Beet ein Schwachzehrer ein. Das können Bohnen, Erbsen, Feldsalat oder Kräuter wie Dill und Schnittlauch sein. So rutscht der Nährstoffbedarf Jahr für Jahr eine Stufe nach unten, und der Boden kommt dabei zur Ruhe. Im vierten Jahr folgt als Abschluss die Gründüngung, und danach darf wieder ein Starkzehrer kommen.
Ein Vierjahresplan lässt sich gut auf vier Beete verteilen. Im ersten Jahr steht Beet 1 mit Starkzehrern, Beet 2 mit Mittelzehrern, Beet 3 mit Schwachzehrern und Beet 4 mit Gründüngung. Im Jahr darauf rutscht jede Gruppe ein Beet weiter. Haben Sie weniger Platz, funktioniert das Prinzip auch mit drei Beeten.
Noch ein Praxistipp zum Abräumen. Wenn Sie das Maisstroh häckseln, können Sie es als Mulch auf der Erde liegen lassen und verwerten es so optimal. Das schützt die Krume im Winter und füttert die Bodenlebewesen.
Wie viele Jahre sollte man Mais nicht am selben Standort anbauen?
Drei Jahre sind die Faustregel für den Gemüsegarten. Gärtnereien und Gartenportale nennen für Zuckermais übereinstimmend drei Jahre Anbaupause für die Süßgräser. Für den Hausgarten lohnt es sich, bei diesem Wert zu bleiben, auch wenn manche Tabellen kürzere Pausen angeben.
Drei Jahre klingen lang.
Im kleinen Garten fällt das Rechnen trotzdem leichter, als man glaubt. Starkzehrer sollten nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche stehen. Mais, Kürbis, Tomate und Kohl teilen sich daher am besten die Beete, die im Rhythmus der Fruchtfolge für Starkzehrer reserviert sind. Wichtig bleibt dabei: Die Anbaupausen von Kulturen derselben Pflanzenfamilie müssen eingehalten werden.
Auch im Maisjahr selbst bleibt Spielraum. Solange die Pflanzen niedrig sind, lassen sich schnelle Kulturen wie Radieschen, Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen. Als Pflanznachbarn kommen Bohnen, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Kürbisse und Tomaten infrage. Eine solche Mischkultur ersetzt die Fruchtfolge allerdings nicht, sie ergänzt sie lediglich im laufenden Jahr.
Ein Zettel am Gartentor, auf dem Beet, Kultur und Jahr stehen, ersetzt jede App. Wo stand Ihr Mais im vergangenen Sommer, und wohin zieht er im nächsten Frühjahr?